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Hydrodynamische Kanalnetzberechnung

Warum ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept?
Hydrodynamische Kanalnetzberechnung und Regenwasserbehandlung

In Anbetracht der leeren Kassen kommunaler Haushalte steht für den verantwortlichen Ingenieur die Suche nach Lösungen im Vordergrund, die einerseits den wasserwirtschaftlichen Forderungen gerecht werden und andererseits die Kommunen und damit die Steuerzahler nicht über Gebühr belasten. Nur ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept auf der Basis einer integrierten Betrachtung von Kanalnetz, Regenwasserbehandlung, Kläranlage und Gewässer macht eine wirtschaftliche Lösung möglich.

Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die mit statischen Kanalnetzberechnungsverfahren überprüften Kanalnetze für die Kommunen häufig ungünstige Ergebnisse lieferten. Diese führen zu unnötigen und kostenintensiven Kanalauswechslungen. Die hydrodynamische Kanalnetzberechnung stellt deshalb für unser Büro seit Jahren die wichtigste Voraussetzung füreine optimale Ausnutzung des vorhandenen Kanalnetzes dar. Grundlegende Parameter für die genaue Abbildung des tatsächlichen Abflussverhaltens werden mit Hilfe unseres Geoinformationssystems ermittelt. Mit vorhandenen 30-jährigen Regenreihen lassen sich als wichtigste Kriterien die Überstauhäufigkeit, die Einstauhäufigkeit, die Überlaufmengen und die maximalen Wasserspiegellagen im Kanal mit einer Langzeitsimulation ermitteln. Ein Abgleich der Berechnungsergebnisse mit den Erfahrungen vor Ort durch die Kommune, den Bauhof, die Feuerwehr und der Anwohner gehört ebenso zur Beurteilung des Kanalnetzes wie das Einbeziehen des baulichen Zustands nach der Eigenkontrollverordnung.

Part3

Das Ziel der Regenwasserbehandlung liegt in der Verbesserung der Gewässergüte durch Verringerung der Regenwassermenge im Kanal– Stichwort Regenwasserbewirtschaftung – und durch Reduzierung von Entlastungen aus dem Kanalnetz in die Gewässer. Mit Hilfe der Schmutzfrachtbetrachtung auf der Basis einer Langzeitsimulation steht uns auch hier ein Instrument zum Auffinden einer optimierten Lösung zur Verfügung. Die in der Kanalnetzberechnung ermittelten wichtigsten Eingangsparameter – Einzugsgebiet, befestigte und natürliche Flächen – können, hier zu Grunde gelegt, deutliche Synergieeffekte erzielen. Der früher häufig gewählte Weg der Vergrößerung vorhandener Regenüberlaufbecken oder Kanalstauräume wird von uns erst als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen. Für uns stellen die Ausnutzung von vorhandenem Kanalnetzvolumen verbunden mit einer effizienten Kanalnetzbewirtschaftung und Abwasserquerverbünde in benachbarte Entwässerungsnetze wesentliche Planungselemente dar. In Verbindung mit der exakten Einstellung der Ablaufmengen aus allen Regenwasserbehandlungsanlagen, abgestimmt auf den maximalen Zulauf der Kläranlage, sind dies geeignete Möglichkeiten, um mit vergleichbar geringen Investition die umweltrelevanten Anforderungen zu erfüllen. Eine enge Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde im Vorfeld der Bearbeitung bietet der Kommune dabei die Sicherheit, eine gemeinsame, von allen getragene Lösung zu finden. Dies haben wir in der Vergangenheit u.a. für die Stadt Sigmaringen und die Abwasserzweckverbände Untere Argen (Isny), Donau-Lauchert und Scheer-Lauchert mit Einsparungen in sechsstelliger Höhe umgesetzt.

Part3

Im Rahmen seiner Diplomarbeit zur Schmutzfrachtbetrachtung der Stadt Sigmaringen wurde unser Mitarbeiter, Dipl.-Ing. (FH) Frank Müller, mit dem Leonhard-Weiss Preis der Fachhochschule Biberach ausgezeichnet. Es ist darüber hinaus ein Verdienst unseres gesamten Teams, optimierte Lösungen unter dem Aspekt der Minimierung von Investitions- und Betriebskosten für unsere Auftraggeber zu entwickeln. Wir werden damit den Anforderungen des Umweltschutzesgerecht und helfen, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.