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Holzbogenbrücke im Naturpark „Obere Donau“

Im baden-württembergischen Gutenstein bei Sigmaringen entstand Anfang 2012 eine Holzbogenbrücke, die mit einer Spannweite von 42 m die Donauufer mit einem Rad- und Fußgängerweg verbindet. Aufgrund begrenzter örtlicher Verhältnisse für den Bau und die Endmontage musste die Kovacic Ingenieure GmbH hier bei der Planung besondere Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Unter Federführung der Kovacic Ingenieure wurde Ende 2011 / Anfang 2012 ein Brückenschlag in Gutenstein im Naturpark Obere Donau bewerkstelligt. Mit einer zulässigen Verkehrsbelastung von 12 t, einer Spannweite von 42 m und einer Fahrbahnbreite von 4,75 m ist sie eine der größten und eine der am weitesten gespannten Holzbrücken in Deutschland. Die Holzbogenbrücke wurde bereits kurz nach ihrer Fertigstellung zum Wahrzeichen des Ortsteils Gutenstein. Durch ihre schlanke und filigrane Bauweise setzt sie ein Zeichen für moderne Ingenieurskunst entlang des Donautalrandwanderwegs. Zusätzlich zur Radwegüberführung über die Donau, die in Spitzenzeiten von bis zu 800 Radfahrern täglich genutzt wird, hat sie auch eine wichtige innerörtliche Erschließungsfunktion für den Ort Gutenstein. Die Diskussion über die Größe und Erfordernisse an die Brücke führten in Gutenstein und der Stadt Sigmaringen sogar zu einem Bauernschwank mit dem Titel „Hübe ond Drübe, a Drunter und Drüber“, der vom örtlichen Theaterverein im Jahre 2008 uraufgeführt wurde.

Brückenschlag über die Donau ohne Pfeiler

Technisch galt es, die Donau ohne Pfeiler mit der nicht unerheblichen Spannweite von 42 m zu überspannen. Die Herausforderungen bei dem Bau der Brücke lagen vor allem in den örtlich sehr begrenzten Verhältnissen für den Bau und die Endmontage der Holzbogenbrücke. Die Gründung erfolgte über abgeteufte Brunnen im Donaukies. So mussten auf beiden Seiten des Donauufers riesige Autokrane aufgebaut werden, um die Montage der sechs Einzelteile in situ, d. h. vor Ort über der Donau bewerkstelligen zu können. Die Auftragnehmerin, die Fa. Müllerblaustein aus Blaustein, für innovative Holzprojekte bekannt, löste die Aufgabe in hervorragender Weise. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Aufrechterhaltung des Fußgänger- und Radwegverkehrs während der Bauzeit. Hierzu wurde durch das Technische Hilfswerk eine Behelfsbrücke aufgebaut.

Die Kovacic Ingenieure haben durch dieses anspruchvolle Projekt ihre ingenieurtechnische Leistungsfähigkeit auch für Brückenbauwerke unter Beweis gestellt. Die in witterungsgeschützter Bauweise erstellte Holzbrücke wird mit Sicherheit noch lange die Gutensteiner Bürger und die Radfahrer auf dem Donautalradwanderweg erfreuen.