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Erweiterung Erd- und Bauschuttdeponie „Vorderhalden“ in Meßkirch-Menningen zur Deponie der Klasse 1 (DK 1)

Kovacic Ingenieure wurden mit der Planung und der Erstellung der Genehmigungsunterlagen für die Errichtung und den Betrieb einer Deponie der Klasse 1 auf der bestehenden Erd- und Bauschuttdeponie „Vorderhalden“ in Meßkirch-Menningen beauftragt. Das Ingenieurbüro vermittelte dabei zwischen den vielfältigen Beteiligten am Projekt und konnte vergangenen September eine rechtssichere Genehmigung durch das Regierungspräsidium Tübingen erlangen.

Der Standort Menningen gewinnt im Zuge der Reduzierung an Erddeponien im Landkreis zunehmend an Bedeutung für die Abfallwirtschaft. Der Landkreis als öffentlich rechtlicher Entsorgungsträger schafft durch die geplante Erweiterung der Bauschuttdeponie das erforderliche Deponievolumen für die Beseitigung von nicht verwertbarem Bodenaushub und Bauschutt. Das Einzugsgebiet für Abfälle mit Belastungswerten bis zur Deponieklasse 1 wird dabei den Landkreis Sigmaringen, die angrenzenden Landkreise sowie Teile des Schwarzwald-Baar-Kreis umfassen. Für Abfälle bis zur Deponieklasse 0 wird vom näheren Deponieumfeld als Einzugsgebiet ausgegangen.

Nach der bestehenden Betriebsgenehmigung war neben unbelasteten, mineralischen Baurestmassen und Straßenaufbruch auch unbelasteter Bodenaushub bis zum Zuordnungswert Z 1.2 zur Deponierung zugelassen.
Zusätzlich wurde im Jahr 2006 für die Sicherstellung der Einlagerung von asbesthaltigen Baureststoffen (zum Beispiel Asbestzementplatten, Hartasbest) ein Monobereich nach den technischen Anforderungen der Deponieverordnung der Deponieklasse 1 von den Kovacic Ingenieuren geplant und ausgebaut.
Parallel dazu beantragte Kovacic Ingenieure eine unbefristete Verlängerung der bisherigen Deponieklasse 0. Seit Sommer 2006 werden die asbesthaltigen Baureststoffe nach den bisher geltenden Technischen Regeln der Deponieklasse 1 im Monobereich eingebaut und mit Bauschutt lagenweise abgedeckt.

Seit dem 15.07.2009 müssen nun zusätzlich die allgemeinen Standortkriterien gemäß der Technischen Anleitung (TA) Siedlungsabfall erfüllt sein. Das bedeutet, alle bisher eingelagerten Stoffe dürfen zukünftig nur noch in einer Deponie der Klasse 1 eingelagert werden.
Um Abfallerzeugern im Landkreis weiterhin eine ortsnahe Entsorgung zu ermöglichen, wurde deshalb vom Landkreis Sigmaringen auf der Grundlage des aktuellen Regelwerks der Deponieverordnung (DepV) beantragt, eine Deponie der Klasse 1 auf der bestehenden Deponie „Vorderhalden“ zu errichten und zu betreiben.

Neben der Bestandsvermessung und dem Erstellen eines digitalen Geländemodells zur Volumenermittlung erbrachte Kovacic Ingenieure die Leistungsphasen Vorplanung, Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung. In Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing. (FH) Klaus Saur, Freier Garten- und Land-schaftsarchitekt in Mengen, wurden die für die Genehmigungsplanung relevanten Leistungen „Vorhabenbezogene Umweltprüfung“, der „Landschaftspflegerische Begleitplan“ sowie das Ausgleichskonzept erstellt.
Aufgrund der vielfältigen Berührungspunkte mit dem Genehmigungsinhaber Landkreis Sigmaringen, dem Betreiber BRS aus Villingen-Schwenningen und der Stadt Meßkirch sowie durch das bestehende neue Gewerbegebiet „Menningen“ und die Ableitung von Deponiesickerwasser beziehungsweise Oberflächenwasser mussten die unterschiedlichsten Interessen bei der Planung berücksichtigt werden. Nur so konnte eine rechtssichere Genehmigung durch das Regierungspräsidium Tübingen im September 2010 erfolgen.

Der Betrieb der Deponie DK 1 endet mit der planmäßigen Rekultivierung und Renaturierung. Dabei sind verschiedene Maßnahmen zur Rekultivierung erforderlich, die im landschaftspflegerischen Begleitplan ausführlich beschrieben sind.

Im Rahmen der Errichtung der Deponie der Klasse 1 wird auch die bestehende Bauschuttrecyclinganlage auf dem Betriebsgelände in den westlichen Teil des Deponiegeländes verlegt werden. Hierfür erstellen die Kovacic Ingenieure den Immissionsschutzrechtlichen Antrag nach der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV).

Technische Daten:

Deponiegesamtfläche: ca. 60.000 m²
Deponiegesamtvolumen: Bauschutt: 142.750 m³
Asbesthaltige Baureststoffe: 46.360 m³
Deponieabschluss: Rekultivierungsabschluss DK1: 2024
Rekultivierungsabschluss Monobereich Asbest: 2041
Natürliche Geologische Barriere: Molasse, Ton, Schluff
Basisabdichtung mit Kunststoffdichtbahn d=2,5 mm
Oberflächenabdichtung mit Kunststoffdichtbahn d=2,5 mm
Rekultivierungsschicht mit Entwässerungsschicht Recycling-Kies B2/56, d=30 cm
Entwässerung im Endzustand über zwei Bodenfilterbecken