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Bauwerksprüfung für mehr Verkehrssicherheit

In Deutschland vertrauen Verkehrsteilnehmer darauf, dass das Straßennetz sicher ist. Damit diese Sicherheit auch gewährleistet werden kann, müssen insbesondere Brücken und andere Bauwerke des Verkehrsnetzes regelmäßig geprüft werden. Kovacic Ingenieure inspizierten und beurteilten gemäß der DIN 1076 zur Bauwerksprüfung letztes Jahr etwa 40 Brücken bzw. Bauwerke. Sachkundig sorgen die Kovacic Ingenieure so für Sicherheit und wirtschaftlichen Investitionseinsatz für Bauwerke im Verkehrsnetz.

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12.000 Bauwerke mit einer Gesamtlänge von etwa 2.000 Kilometern müssen in Deutschland unterhalten und erhalten werden. Viele von diesen Bauwerken wurden vor mehr als 30 Jahren erbaut und sind inzwischen in sanierungsbedürftigem Zustand. Die Altersstruktur der Bauwerke und die dennoch stetig wachsende Verkehrsbelastung machen eine regelmäßige Prüfung und eine sachgerechte Instandsetzung unabdingbar. Die Bundesländer nehmen im Auftrag des Straßenbaulastträgers Bund diese Aufgabe war. Mit Hilfe von Sachverständigen werden die Brücken geprüft: „Eine Bauwerksprüfung beinhaltet die Beurteilung, Kontrolle und Begutachtung des Bauwerkes vor Ort und anschließend die Auswertung im Büro, also Schadensanalyse und Dokumentation.“, beschreibt Andreas Musen von Kovacic Ingenieure den Prozess: „Anschließend kann der Bauherr das Bauwerk nach dem Erarbeiten einer Sanierungsplanung instandsetzen lassen.“

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Bauwerksmängel rechtzeitig erkennen
Im Rahmen der Sicherheitsphilosophie des Brücken- und Ingenieurbaus legt die DIN 1076 Ziele und Methoden der Bauwerksprüfung fest. Erklärter Zweck ist es, „eingetretene Mängel und Schäden rechtzeitig zu erkennen und die zuständige Stelle dadurch in die Lage zu versetzen, sie zu beheben, bevor größerer Schaden eintritt oder die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird.“ Um Schäden ausfindig zu machen, bevor sie baulichen und daher materiellen Schaden am Bauwerk anrichten können, müssen die Bauwerke regelmäßig überprüft werden. Die Norm legt fest, dass alle sechs Jahre ein qualifizierter Prüfingenieur eine Hauptprüfung vornimmt. Jeweils drei Jahre nach jeder Hauptprüfung findet eine „Einfache“ Prüfung, das heißt eine erweiterte Sichtprüfung bezüglich Lager, Gelenken, Übergangskonstruktionen und Verankerungen von Bauteilen oder beweglichen Teilen statt. Diese „Einfache“ Prüfung bezieht dabei die Ergebnisse der letzten Hauptprüfung mit ein, so dass bei signifikanten Veränderungen im Vergleich zum letzten Prüfstand die „Einfache“ Prüfung auch zur Hauptprüfung ausgeweitet werden kann.
Mit der Vergabe einer Zustandsnote für jedes Teilbauwerk nach RI-EBW-PRÜF schließt der Prüfer die Bauwerksprüfung ab – oder sperrt den Verkehr um Sofortmaßnahmen einzuleiten: „Dass ein Bauwerk nach einer Prüfung sofort gesperrt wird, ist allerdings ein sehr seltener Extremfall.“

Wirtschaftlicher Einsatz von Erhaltungsmitteln

Die Bauwerksprüfung ist mit einem beachtlichen Aufwand verbunden, der eine große Kompetenz auf Seiten der Prüfer voraussetzt: Eine gute Vorbereitung sowie Organisations- und Improvisationstalent sind erforderlich. Nur so kann auch die Wirtschaftlichkeit des Prüfverfahrens garantiert werden. Ob und welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt eingeleitet werden, liegt zunächst im Ermessen des prüfenden Ingenieurs. Dieser wertet die Daten seiner Prüfung aus, schätzt die Restnutzungsdauer des Bauwerks ab und macht genauere Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zur Instandsetzung oder Erneuerung. Dabei steht immer auch der sparsame wirtschaftliche Einsatz der Haushaltsmittel mit im Vordergrund: Die erforderlichen Maßnahmen werden nach Dringlichkeit gereiht und eine vorausschauende Bedarfsermittlung ist Grundlage für die Aufstellung von Erhaltungsprogrammen – und somit auch für die langfristige Haushaltsplanung. Die Regelmäßigkeit der Prüfungen trägt ebenfalls zu mehr Wirtschaftlichkeit bei. Andreas Musen weiß: „Es wäre nicht richtig, ein Bauwerk 30 Jahre lang nicht zu prüfen und nichts instandzusetzen, um dann nach 30 Jahren eine große Summe in die Hand zu nehmen. Das rechnet sich nicht. Besser ist es, alle vier bis sechs Jahre eine kleine, überschaubare Summe zu investieren, um den Bauwerkszustand auf einem guten Niveau zu halten.“ Ansonsten droht vielleicht nicht nur eine Instandsetzung, sondern eine Kompletterneuerung des Bauwerks.

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Bauwerksprüfung durch die Kovacic Ingenieure
„Mit den Prüfungen ist ein sachkundiger Prüfingenieur zu betrauen, der auch die statischen und konstruktiven Verhältnisse der Bauwerke beurteilen kann“, beschreibt die DIN 1076. Doch ein Bauwerksprüfingenieur muss sich neben seiner fachlichen Kompetenz auch durch überlegtes Handeln und ein sicheres Urteilsvermögen auszeichnen, schließlich trägt er eine besondere Verantwortung für die Sicherheit des Verkehrs – aber auch gegenüber dem Steuerzahler: Die Bauwerke wie z.B. Brücken haben einen erheblichen Investitionswert, und die Entscheidungen des Prüfingenieurs erfordern oftmals hohe Kosten, die gerechtfertigt sein müssen.
Durch entsprechende Qualifikationen zum „Prüfingenieur nach DIN 1076“ sowie zum „Schutz und Instandsetzung von Betonteilen“ hat sich Andreas Musen in den letzten Jahren die erforderlichen Fähigkeiten für die Prüfung und Sanierung der verschiedenen Bauwerke des Verkehrsbaus erworben. Diese Kompetenzen werden durch Seminare mit Blick auf aktuelle Entwicklungen regelmäßig vertieft.
Mit Hilfe der Software SIB-Bauwerke begutachtet und bewerten Kovacic Ingenieure für Bund, Land und Kommunen Bauwerke. Dabei deckt das Leistungsspektrum auch Variantenvergleiche, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Sanierungsplanungen sowie die Ausschreibung und die fachgerechte Bauleitung für die erforderlichen Sanierungsarbeiten ab.
Eine systematische Durchführung der Bauwerksprüfung durch die Kovacic Ingenieure ermöglicht eine objektive Bewertung von Bauwerkszuständen, ein sicheres Verkehrsnetz und garantiert den zukunftsorientierten und wirtschaftlichen Einsatz der erforderlichen Investitionsmittel. Durch hohe fachliche Qualifikationen sind die bei einer Bauwerksprüfung festgestellten Schäden und Mängel so die Grundlage für eine technisch richtige, dauerhafte und wirtschaftliche Instandsetzung.