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Erweiterung des Schlossplatzes der Ortsmitte Langenenslingen

Part3

Kovacic Ingenieure planen zusammen mit Stadtplaner Achim Ketterer im Rahmen der Neugestaltung der Ortsmitte in Langenenslingen die Erweiterung des Schlossplatzes. Grundlegende Gesichtspunkte stellen dabei die Öffnung des Rathauses zur Straße hin mit einer homogenen Gestaltung auf der Basis klarer Geometrie und ablesbaren Kanten dar. Wesentliche Elemente der Planung sind die Neuordnung der Parkierung, die Anbindung des öffentlichen Busverkehrs und der Abbruch der ehemaligen Bauhofgebäude zur Freistellung des Schlosses.

Bestands-Analyse
Das Rathaus (ehemals Schloss), der Bürgersaal und die Kirche bilden zusammen mit dem Baumbestand ein städtebaulich prägendes und wertvolles Ensemble. Durch den Ehrenfriedhof, der sich zwischen dem Schloss und der Hauptstraße befindet, sowie durch den leichten Höhensprung ist der eigentliche Platzbereich von der Hauptstraße derzeit abgeschnitten und gestalterisch kaum wahrnehmbar.

Die Platzflächen unterliegen zur Zeit einem mehr oder weniger geordneten und starken Parkierungsdruck. Westlich des Schlosses befindet sich das ehemalige Bauhofgebäude, für das keine weitere Nutzung geplant ist.
Durch den Gemeinderatsbeschluss, den Ehrenfriedhof zu verlagern, besteht nun die Möglichkeit den Schlossplatz gestalterisch und funktional eindeutig an die Hauptstraße anzubinden.
Durch die Umgestaltung des Schlossplatzes werden folgende wichtigen Leitbilder aus dem Gemeindeentwicklungskonzept umgesetzt:

Schlossplatzes Ortsmitte Langenenslingen 2:
Erhaltung und Aufwertung der hochwertigen innerörtlichen Freiräume und Landschaftsbezüge.
Aufwertung der Ortsmitte, Schaffung einer grünen Verbindungsachse zwischen den öffentlichen Einrichtungen mit Parkierung für Veranstaltungen.
Stabilisierung und Aufwertung der historischen Ortslage durch Umnutzung, Neuordnung und Neubebauung frei werdender Flächen, Abriss und Durchgrünung zur Aufwertung des Wohnumfelds.

Entwurfskonzept
Folgende Grundideen bilden das Fundament des Planungsvorschlages:

Part3

Öffnung des Platzes zur Straße.
Eindeutige und homogene Platzgestaltung mit klarer Geometrie und ablesbaren Kanten.
Neuordnung und Konzentration der Parkierung, Freihaltung des Platzbereiches vom Parkierungsverkehr.
Anbindung Bus und Buswartebereich an den Platz und das Rathaus.
Abbruch der ehemaligen Bauhofgebäude, dadurch Freistellung des Schlossbaukörpers.
Wenige, aber hochwertige Materialien und Details, die der Bedeutung des Ortes gerecht werden.

Die Öffnung zur Straße erfolgt im Planungsvorschlag durch eine großzügige Schleppstufenanlage, die – kaum wahrnehmbar – den vorhandenen Höhenunterschied elegant überwindet. Westlich und östlich ermöglichen Rampen die Zufahrt und sorgen für einen behindertengerechten Zugang.

Die untere Platzkante nimmt die Geometrie des Schlosses auf und wird deutlich von der Straßenkante zurückgesetzt. Dadurch entsteht auf der untersten Ebene ein „schmal-trapezförmiger“ Platzbereich, der die bisher beengte Situation deutlich aufweitet. Außerdem entsteht Raum für einen Bushalt; der Fußgängerüberweg wird großzügig angebunden.

Die Platzkanten bilden Parallelen zum Schloss beziehungsweise zum Bürgersaal, so dass der leicht trapezförmige Platz eine klare und spannungsvolle Form erhält.
Die Stufenanlage lässt den Platz elegant zur Straße fließen und wirkt gleichzeitig als Vermittler zwischen den Grünflächen. Daher sind hier ein wassergebundener Belag sowie Staudenflächen und geschnittene Hecken vorgesehen. Diese Art der Ausführung war schon ein typisches Element der Barockzeit, die auch das Schloss von der gestalterischen Seite her prägte („Barockisierung“). Die Ausführung soll aber nicht historisierend, sondern durchaus modern und einfach sein. Die Einfassung aus Stahlkanten unterstützt dieses Ziel durch ihre Eleganz und betont die Linien und Raumkanten.

Schlossplatzes Ortsmitte Langenenslingen 3
Für die gesamte Hauptplatzfläche wird ein einheitlicher Natursteinbelag vorgeschlagen; er lässt den Platzraum zusammenfließen und stärkt dadurch die räumliche Wirkung des Schlossbaukörpers.
Durch den Abbruch der Bauhofgebäude und die Umwandlung in Grünfläche wird der Schlossbaukörper noch prägnanter und klarer freigestellt und somit seine städtebauliche Bedeutung unterstrichen. Dies gilt auch für den rückwärtigen Teil; auch dort soll mehr Grünfläche entstehen und die Versiegelung des Geländes zurückgenommen werden. Vorsichtige Baumauslichtungen im gesamten Areal könnten ebenfalls dieser Gestaltungsabsicht dienen.

Der Parkierungsverkehr wird auf drei Nebenbereiche konzentriert, damit der Hauptplatzbereich frei bleibt.
Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität werden den Besuchern des Schlossplatzes Sitzbänke angeboten, die zum Verweilen einladen.

Umsetzung
Die Planung wurde dem Gemeinderat vorgestellt, der Vorentwurf wurde einhellig begrüßt und einstimmig verabschiedet.
Unter Einbeziehung der Nutzer, z.B. Vereinsvorstände und interessierte Bürger, soll die Konzeption in den nächsten Monaten weiterentwickelt werden.

Die Umsetzung ist für 2011 und 2012 geplant und bildet einen wichtigen Entwicklungsschritt für das Ortszentrum Langenenslingen.
Die Kovacic Ingenieure bedankten sich für die gute Zusammenarbeit bei Verwaltung, Gremien und dem Städteplaner Achim Ketterer. Sie gratulieren der Gemeinde zu dem mutigen Schritt, diesen sensiblen Bereich umzugestalten.